• Feinhütte Halsbrücke wird als systemrelevant eingestuft und stellt auf Pandemiewirtschaft um

Das sächsische Traditionsunternehmen stellt aus Prozessrückständen und Sekundärmaterialien hochwertige Zinn- und Bleilegierungen her und ist dadurch in der Grundstoffindustrie angesiedelt. Die als unentbehrlich eingestuften, hochreinen Vorlegierungen, werden im Unternehmen selbst zu Halbzeugen wie Drähten, Barrenloten oder Industrieblöcken weiterverarbeitet. Als einzige Zinn- und Bleihütte in Deutschland mit dieser Fertigungstiefe wird das Unternehmen nun als systemrelevant eingestuft.

Die Einstufung der Systemrelevanz bedeutet für ein Unternehmen, dass es unter einem besonderen Schutz steht. Aufgrund der Einstufung wird einem Unternehmen eine hohe bedeutende, wirtschaftliche Rolle für die Versorgung der Bevölkerung zugesprochen. „Unsere Vorprodukte werden in zahlreichen Branchen benötigt, welche Bauteile oder Produkte für die deutsche Grundversorgung mit Lebensmitteln, der medizinischen Grundausrüstung und weiterer, für die Bundesrepublik strategisch wichtigen Industrien, herstellen“, erklärt Tobias Patzig, Prokurist der Feinhütte Halsbrücke GmbH. Aus diesem Grund wird die Einstufung als systemrelevante Infrastruktur begrüßt.

Des Weiteren führt Patzig aus, dass Feinhütte schon frühzeitig verschiedenste und umfangreiche Maßnahmen getätigt hat, um zuallererst die Mitarbeiter zu schützen und somit auch die Produktion weiter aufrecht erhalten zu können. „Neben unseren strategisch wichtigen Reserven von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind die Mitarbeiter das wichtigste Kapital, um die Lieferfähigkeit aufrecht zu erhalten und somit eine anteilige Eigenversorgung von Deutschland mit unseren Halbzeugen aus zinn- und bleihaltigen Legierungen zu ermöglichen“, so Patzig.

Wegen der Pandemie werden aktuell alle europäischen Kunden oder Neuinteressenten mit Bezug zu systemrelevanten Anwendungen bedient. Aber auch alle weiteren Anwender können im Moment noch mit Produkten beliefert werden. „Wir versuchen natürlich jedem gerecht zu werden, wenngleich der Fokus aktuell ganz klar auf den Schlüsselindustrien liegt“, führt Patzig weiter aus. Wie sich dies im Verlauf der Pandemie entwickelt, kann jetzt noch nicht abgesehen werden. „Da vermehrt Wertstoffhöfe geschlossen werden, kann es sein, dass wir vielleicht in absehbarer Zeit ein Problem mit den Vorstoffen bekommen werden. Deshalb kann uns jeder mit Materialanlieferungen unterstützen, um die Prozesskette dahingehend auch weiter am Laufen zu halten“, so Patzig.
Des Weiteren hat das Familienunternehmen einen Teil seiner gesetzmäßig vorgeschriebenen und vorrätigen Arbeitsschutzmittel gespendet und FFP2 Masken und Ganzkörperschutzanzüge an regionale ärztliche Einrichtungen übergeben und vorgehalten. „Ärzte, Krankenschwestern, Pfleger und alles weitere medizinische Personal bekämpft diese Pandemie an vorderster Front. Ihnen gebührt unser größter Respekt und unser aller Unterstützung“, so Patzig.


Mit über 400 Jahren Erfahrung in der Metallurgie ist Feinhütte Halsbrücke einer der ältesten Hüttenbetriebe Europas und Deutschlands einzige Zinn- und Bleihütte in dieser Komplexität im pyro- und hydrometallurgischen Bereich. Als äußerst erfahrener Spezialist für Weichlote und Legierungen für Industrie und Handwerk, liefert das sächsische Unternehmen nahezu alle Legierungen nach Norm oder individuellen kundenspezifischen Vorgaben. Dabei findet Feinhütte Halsbrücke auch bei neuen Anwendungsmöglichkeiten innovative Lösungen. Das Angebotsspektrum umfasst nahezu jedes gängige Format – vom Barren und Blöcken über Stangen, Stäbe und Bolzen, Draht- und Röhrenlot, klassischen Anoden bis zu praktischen Schüttgut-Formaten. Zudem bietet Feinhütte Halsbrücke verschiedene Services an, wie z.B. Lotbadanalyse, Lotbadmanagement, Labordiagnostik sowie ein umfassendes Vollrecycling der Prozessrückstände.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag