• Nachhaltige und verlässliche Lieferketten
  • Mit Regionalität in eine gemeinsame Zukunft

Unter dem Namen „Lötknecht“ geht ein regionales Netzwerk süddeutscher Fertigungsdienstleister an den Start, das sich zum Ziel gesetzt hat, allen Unternehmen, die in oder durch die Corona-Krise unter Verzögerungen oder Ausfällen ihrer Lieferkette leiden, eine regionale Alternative mit kurzen Wegen aufzuzeigen. Unternehmen, deren Kapazitäten nicht ausgelastet sind, können sich beteiligen.

„Häufig sehen wir in der Praxis“, so Initiator Paul Keiler, „dass Lieferketten unnötig aufgebläht sind, weil einzelne Unternehmen nur einzelne Prozessschritte abbilden oder abbilden können.“ Das sorge für sehr viel Aufwand auf Seiten der Kunden: Prozesskosten durch Ein- und Auslagern, Warendokumente, Wareneingangskontrollen, zudem für unnötige Transportkosten und CO2-Belastung. „Ein sich selbst organisierendes Netzwerk ist da der deutlich nachhaltigere Ansatz“, verspricht Keiler.

Regional ist für Keiler dabei nicht auf Deutschland beschränkt: „Wir haben über Jahre eingespielte Prozesse zu spezialisierten Unternehmen im Nachbarland Tschechien aufgebaut; darauf können wir uns auch jetzt verlassen. Das gegenseitige Vertrauen ist da. Die Kommunikation funktioniert – auch deshalb, weil wir hier Techniker und Muttersprachler im Team haben.“ Da habe es auch vor Corona recht wenig Iterationsschleifen gebraucht, resümiert Keiler.

Auf die Frage, ob die regionale Fertigung im direkten Vergleich mit Billiglohnländern bestehen kann, schmunzelt Keiler. „Wenn man mit Hirn arbeitet, in Systemzusammenhängen denkt und funktionale Integration betreibt, kommen wir fast immer zu einer Lösung, die preislich wettbewerbsfähig, kurzfristig umsetzbar und deutlich weniger risikobehaftet ist. Gerade sehen wir ja, wie schnell transnationale Lieferketten abreißen oder bestimmte Vorprodukte einfach nicht mehr verfügbar sind.“

Lötknecht versteht sich auf Metall- und Kunststoffverarbeitung, Elektronikfertigung, Kabelkonfektion, Gerätebau, aber auch Konstruktion und Werkzeugbau. „Mit diesen Kompetenzen gehen wir proaktiv auf unsere Kunden zu“, erklärt Paul Keiler. „Manchmal stellt sich bei der Analyse eines Teils heraus, dass ein Werkzeug auf Dauer die günstigste Lösung ist. 3D-Druck ist hipp, aber Feinguss ist günstig. In der richtigen Kombination gibt das ein unschlagbares Gespann. Kunden kommen oft nicht selbst darauf, weil ihnen die Erfahrung und das Wissen fehlen. Dann wählt man teure Fertigungsverfahren aus – und kompensiert das mit dem Auslagern in Billiglohnländer.“

Wer gerade keine neuen Lieferanten sucht, sondern eher der Herausforderung eigener Überkapazitäten gegenübersteht, sollte sich trotzdem bei Paul Keiler melden. „In unserem breit aufgestellten Netzwerk braucht immer jemand irgendwas. Ein kurzes Angebot kostet nichts, bringt aber häufig ein, zwei qualifizierte Anfragen.“

Weitere Informationen: www.LötKnecht.de

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