• RTI stellt erstes Software-Framework für weit verteilte autonome Systeme vor
  • Connext 6.1 ermöglicht Echtzeitsteuerung von großflächigen und ferngesteuerten Systemen

Sunnyvale (USA)/München, 11. Mai 2021 – Real-Time Innovations (RTI) stellt heute die neueste Version seines branchenführenden Software-Frameworks RTI Connext® vor. Connext 6.1 wurde als erstes Software-Framework dafür designt, die Herausforderungen von Unternehmen bei der Entwicklung und Bereitstellung von ferngesteuerten autonomen Systeme zu bewältigen.

Autonome Systeme müssen in unzugänglichen, abgelegenen oder gefährlichen Umgebungen arbeiten. Dazu zählen beispielsweise Unterwasserdrohnen, fernsteuerbare medizinische Geräte, Raumfahrtsysteme sowie Bau- und Bergbauroboter. Da künstliche Intelligenz nicht alle Situationen bewältigen kann, benötigen diese Anwendungen Fernbediener zur Überwachung und zum Eingreifen in komplizierten Szenarien.

Konnektivität für eine verteilte Steuerung ist jedoch äußerst schwierig. Applikationen erfordern eine hohe Zuverlässigkeit und Echtzeitleistung, obwohl die Konnektivität in diesen unwirtlichen Umgebungen häufig unzuverlässig ist und eine geringe Bandbreite aufweist. Abhängig von der Nähe des Betreibers kann die Kommunikation zudem lokale, weiträumige, öffentliche oder private Netzwerke umfassen.

Connext 6.1 führt Funktionen ein, die einen einfachen Remote-Betrieb in Echtzeit in einem beliebigen Netzwerk ermöglichen. Ändert sich beispielsweise die Netzwerkverbindung, wenn sich das System bewegt, bleibt die Konnektivität nahtlos ohne sich neu zu verbinden, sicher ohne nachzuverhandeln, und zuverlässig ohne Informationen zu verlieren. Damit lässt sich der Remote-Betrieb ohne Unterbrechung in Echtzeit fortsetzen.

Unternehmensvernetzung setzt eine zuverlässige, stabile Verbindung sowie Latenzunempfindlichkeit voraus. Im Gegensatz zu anderen verteilten Software-Frameworks für Unternehmen unterstützt und optimiert Connext 6.1 die schnelle Kommunikation über hochvariable lokale (LAN) und Wide-Area-Networks (WAN). Darüber hinaus erfordert Connext 6.1 keine Softwareänderungen, um verschiedene Netzwerktypen zu unterstützen. Die APIs (Application Programming Interfaces) abstrahieren die zugrundeliegenden Netzwerke und ermöglichen Entwicklern den Einsatz in jeder Umgebung. Connext 6.1 bietet das erste praktische Design für die Kontrolle von ferngesteuerten autonomen Systemen.

Geografisch verteilte Systeme verbinden

Die neuen Funktionen von Connext 6.1 vereinfachen die Entwicklung und Bereitstellung geografisch verteilter Systeme und umfassen:

  • Echtzeit-WAN-Transport bietet eine zuverlässige, geringe Latenz sowie eine sichere Kommunikation über verlustbehaftete und öffentliche Netzwerke mit geringer Bandbreite. Es unterstützt Network Address Translation (NAT) Traversalen sowie mobile Anwendungen mit wechselnden Internetadressen.
  • Der Cloud Discovery Service vereinfacht den Einsatz dynamischer Systeme, in denen Applikationen, Assets und deren Netzwerkadressen zum Zeitpunkt der Konfiguration möglicherweise nicht bekannt sind. Anwendungen bietet er eine Möglichkeit, sich gegenseitig zu entdecken und Peer-to-Peer direkt zu kommunizieren. Das minimiert die Latenz und maximiert den Durchsatz. Herkömmlichen zentralisierten Broker-Lösungen ist er weit überlegen.
  • Die integrierte Datenkomprimierung verbessert die Effizienz in Netzwerken mit eingeschränkter Bandbreite. Die Komprimierung maximiert die Bandbreitennutzung, verringert den Overhead und die Latenz und erhöht gleichzeitig den Durchsatz. Eine Auswahl von Komprimierungsalgorithmen und -stufen ermöglicht die Optimierung der Prozessor- gegenüber der Netzwerkauslastung für verschiedene Nutzdatentypen.

Großangelegte und heterogene Systeme effizient entwickeln

Neben der Unterstützung komplexer Netzwerkumgebungen erleichtern die neuen Funktionen von Connext 6.1 die Entwicklung beliebiger großflächig angelegter und heterogener verteilter Systeme.

  • Dank der Unterstützung von .NET Core 5 können Entwickler C# verwenden und ihre Applikationen auf jeder Plattform ausführen, die den .NET Standard 2.0 unterstützt. Neben Windows zählen dazu Linux, macOS und die Unity Game Engine.
  • Ein neues System-Designer-Tool bietet eine grafische Möglichkeit, die Konfiguration und Schnittstellen in einem Connext-basierten System einfach und intuitiv zu spezifizieren. Das stellt sicher, dass Applikationen einer gemeinsamen Architektur entsprechen und in einer Plug-and-Play-Weise zusammenarbeiten können.
  • Die Administration Console enthält erweiterte grafische Ansichten, die eine Visualisierung der Komponenten von großangelegten Live-Systemen und deren Vernetzungsfähigkeit erleichtern. Das erlaubt es OEMs und Systemintegratoren, das Verhalten während des Tests und der Bereitstellung besser beobachten und Konfigurations- oder Netzwerkprobleme schneller erkennen zu können.

Paket und Verfügbarkeit

Kontakt zu Preisen und Lizenzierung: sales@rti.com

Weitere Informationen zu Connext 6.1 sowie eine vollständige Liste der neuen Funktionen ist zu finden unter: https://www.rti.com/products/connext-6-1. RTI-Kunden können außerdem über die RTI Academy auf zusätzliche Schulungen zu den Neuerungen in Connext 6.1 zugreifen.

Zitate
„Die WAN-Transport-Funktion ist eine der schnellsten und einfachsten Möglichkeiten, um eine Peer-to-Peer-UDP-WAN-Kommunikation zu erreichen, insbesondere für Projekte, die bereits RTI Connext DDS nutzen, aber auch für solche, die eine andere Middleware verwenden oder sogar ganz neu anfangen“, sagt Charles Cross, Co-Founder und CTO bei Mission Robotics. „Bei Mission Robotics waren wir in der Lage, einen Proof of Concept von Grund auf zu erstellen, der es uns ermöglichte, einen Roboter in nur drei Stunden über das Internet fernzusteuern und zu überwachen. In Anbetracht der Zeit und der Ressourcen, die sonst in diesen Aufwand geflossen wären, ist dies ein absoluter Game Changer.“

„Roboter sind für die Erforschung des Weltraums unerlässlich und werden für komplexe Arbeiten wie Aufbau und Wartung der Infrastruktur im Weltraum eingesetzt. Autonomie allein reicht hier nicht aus. Diese Systeme müssen menschliche und maschinelle Intelligenz kombinieren. Dadurch können Roboter als „Avatare“ für den Menschen agieren: Der Mensch übernimmt die Führung und bewältigt komplexe Situationen, die Roboter sind jedoch intelligent genug, um die eigentliche Operation auszuführen“, sagt Dr. Thomas Krueger, Human Robot Interaction Laboratory der European Space Agency. „Diese Art der kooperativen Fernsteuerung ist für alle intelligenten Systeme von entscheidender Bedeutung. Denn das Führen eines halbautonomen Systems aus der Ferne über ein unzuverlässiges Netzwerk ist nicht einfach. RTI Connext 6.1 optimiert mit dem neuen Echtzeit-WAN-Transport die Geschwindigkeit und repariert verlorene Pakete, sodass wir unser System trotz inhärenter Latenzen zuverlässig aus dem Orbit steuern können.“

„Die Innovationen im Bereich Autonomie beschleunigen sich in einem beispiellosen Tempo. Während Systeme immer vernetzter, intelligenter und mobiler werden, bleiben die Herausforderungen rund um die Entwicklung und Sicherheit hochkomplex“, erklärt David Barnett, Vice President of Products and Markets bei RTI. „RTI hat sich schon immer dafür eingesetzt, seinen Kunden bei der Bewältigung besonderer Hürden zu helfen, die mit der Entwicklung autonomer Systeme einhergehen. Und mit dem neuesten Update unseres Connext-Produkts präsentieren wir unseren Kunden stolz die grundlegende Software für ihre ferngesteuerten autonomen Systeme. Von missionskritischen medizinischen Geräten bis hin zu Unterwasserdrohnen und Bergbau-Robotern – die Spitzentechnologie unserer Kunden wird schließlich die Welt zum Besseren verändern. Wir freuen uns, Teil dieser Reise zu sein.“


Bild:
1: Quelle: iStock 1139306496 / Scharfsinn86, mit erweiterter Lizenz zur Vervielfältigung von RTI erworben.

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